HABICHTSWALDKLINIK
Abteilung Onkologie

Die integrative Onkologie vereint universitäre Medizin,
 Naturheilkunde und Psychoonkologie

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Krebs ©

Was ist denn Krebs?

Bösartige Erkrankungen werden auch „Krebs“ genannt. Durch das unkontrollierte und ungebremste Wachstum von Zellen entsteht zunächst am Ausgangsort ein Geschwulst. Diese Schwellung sagt zunächst noch nichts über die Gut- oder Bösartigkeit aus.

Krebs entsteht im Gewebe durch Veränderungen in einer einzelnen Zelle, die sie dann an ihre Tochterzellen weitergibt und die zu dem unkontrollierten Wachstum und der immer weiteren Vermehrung dieser Zellen führt. (siehe auch meinen Beitrag zur „Krebsentstehung“). Krebs ist „bösartig“, da die Geschwulst sich unter Zerstörung des umliegenden gesunden Gewebes ausbreitet. Vom ursprünglichen Herd, dem Primärtumor, können beim Krebs im weiteren Verlauf auch Streuherde, sogenannte Metastasen ausgehen, die sich in ganz anderen Geweben und Organen ansiedeln.  

Krebs zellen verlieren während ihrer Entstehung die Fähigkeit, im Zusammenhang mit ihren Nachbarzellen kontrolliert zu wachsen. Zunächst beginnen sie, Nachbarzellen zu verdrängen, im Weiteren kann es auch zur Zerstörung des umgebenden gesunden Gewebes kommen.  

Während normale Zellen praktisch immer am Ort ihrer Entstehung bleiben (Ausnahmen sind selten, z. B. bei den Blutzellen), so können Krebszellen die Fähigkeit erlangen, in umgebendes Gewebe einzuwachsen oder über Lymph- und Blutbahnen in ganz andere Organe und Gewebe zu gelangen, in dieses Gewebe einzudringen und wieder mit einem Vermehrungszyklus zu beginnen, der zur Entstehung weiterer Geschwulste führt. Auch an diesen Stellen kann das Wachstum zur Zerstörung des gesunden Gewebes führen. 

Eine dritte Eigenschaft unterscheidet Krebs zellen von normalen Zellen. Während normale Zellen nach einiger Lebenszeit bzw. auch wenn sie schwerer erkrankt sind, sich selber abtöten und hierdurch Schutz für das umliegende gesunde Gewebe entsteht, verlieren Krebs zellen diese Eigenschaft. Auch wenn sie geschädigt sind, leben sie weiter. Gleichzeitig sind sie gegen schädigende Einflüsse weniger überlebensfähig als gesunde Zellen, so dass sie durch Chemotherapie oder Strahlentherapie angegriffen werden können. 

Die Entwicklung bei Krebs beruht also auf vermehrter Zellteilung auf der einen Seite und/oder vermindertem Zelluntergang auf der anderen Seite, so dass insgesamt eine Zunahme der Zellmasse resultiert. 

Krebs wird nach dem Organ, aus dem er stammt, wie z. B. Brustkrebs, Prostatakrebs,
Darmkrebs benannt. Der lateinische Begriff setzt sich aus dem jeweiligen Organ und dem Wort Karzinom oder Sarkom zusammen (z. B. Mammakarzinom, Prostatakarzinom, Kolonkarzinom…). Karzinome und Sarkome unterscheiden sich nach ihrer geweblichen Herkunft. Karzinome entstehen aus Oberflächenzellen, z. B. Haut, aber auch Oberfläche von Schleimhäuten und Drüsen. Sarkome entstehen aus Weichteilgewebe, wie Bindegewebe, Muskelgewebe und Knochen (z. B. Osteosarkom (Knochenkrebs). 

Krebs zellen behalten grundsätzlich immer die Eigenschaften des Gewebes aus dem sie stammen, auch wenn sie in anderes Gewebe einwachsen. „Knochen krebs“, wie er von Laien verstanden wird, bedeutet meistens Knochenmetastasen anderer Krebs arten, wie z. B. Blutkrebs oder Prostatakrebs. Diese Unterscheidung ist für die Behandlung wichtig, da die Behandlung der Metastasen sich immer nach den Grundsätzen der Behandlung der ursprünglichen
Krebs
erkrankung richtet. 

Krebs zellen sind unterschiedlich differenziert. Hiermit bezeichnen Ärzte das Ausmaß, in dem sich die Krebszelle in ihrem äußeren Erscheinungsbild und in ihrem Stoffwechselverhalten von der ursprünglichen Ausgangszelle fortentwickelt hat. Gut differenzierte Tumoren ähneln sehr dem ursprünglichen Gewebe, schlecht differenzierte Tumoren sind ihm unähnlich und manchmal nur über sehr spezielle Untersuchungsmethoden einzuordnen. Sie wachsen in der Regel aggressiver und schneller. Auch dies hat für die Behandlung oft eine große Bedeutung. 

Eine besondere Krebs art stellen Leukämien (Blutkrebs) und Lymphome (Lymphknoten krebs) dar. Leukämien sind Krebs formen der weißen Blutzellen (es gibt auch ganz selten Krebs formen der roten Blutzellen und der Blutplättchen). Aufgrund der Ausbreitung der weißen Blutzellen im ganzen Körper beginnt dieser Krebs nicht an einer Stelle lokalisiert. Lymphome müssen wir unterscheiden vom Lymphknotenbefall durch andere Tumorarten (z. B. Lymphknoten der Achselhöhle bei Brustkrebs). Lymphome entstehen aus verschiedenen, normalerweise im Lymphknoten vorkommenden Zellen. Sie sind den Leukämien verwandt. Lymphome entstehen im ganz frühen Stadium meistens an einer Stelle im Körper. Meist ist aber auch hier bereits eine weitere Ausdehnung vorhanden, so dass eine den ganzen Körper einbeziehende Therapie erforderlich ist. (siehe auch die Kapitel Leukämie und Lymphome

Die Therapie beruht darauf, die Krebs zellmasse zu reduzieren (Operation, Strahlentherapie) zum Zelluntergang (Zelltod, Apoptose) zu führen (Chemotherapie, Immuntherapie, neue Substanzen) und die Zellvermehrung zu behindern. 

Die Therapie von Krebserkrankungen bestand traditionell aus den sogenannten „3 Säulen“: der Operation, der Strahlentherapie und der Chemotherapie.  

In den vergangenen Jahren hat die Diagnostik und Therapie, also insgesamt die Medizin von Krebserkrankungen (Onkologie) erhebliche Fortschritte gemacht. Operationsverfahren sind deutlich verbessert worden, die Strahlentherapie hat nicht nur eine bessere Wirksamkeit, sondern auch eine bessere Schonung des umgebenden gesunden Gewebes erreicht und in der Chemotherapie stehen zahlreiche neue Substanzen zur Verfügung, die zielgerichtet gegen verschiedene Krebsarten eingesetzt werden können. 

Neu sind Substanzen, wie z. B. Antikörper, mit denen wir versuchen, das Immunsystem gezielt im Kampf gegen die Krebserkrankung zu aktivieren.  

Ganz neue Entwicklungen zielen auf die Besonderheiten des Stoffwechsels von bestimmten
Krebs
zellen und Krebs arten. Bahnbrechend war die Entwicklung des Medikamentes Imatinib (Glivec®), mit den erstmalig gezeigt werden konnte, dass man aus dem Verständnis heraus, was in der einzelnen Krebs zelle zum ungebremsten Wachstum führt, gezielt Krebs zellen angreifen kann.

Weitere Forschungen haben uns gezeigt, dass wir in Tumoren die Blut- und damit Nährstoffzufuhr angreifen können (Angiogenese). 

Entgegen einiger Meldungen in verschiedenen Medien ist es durch frühere Diagnostik und verbesserte Therapiemethoden gelungen, für viele Patienten eine Heilung von bösartigen Erkrankungen zu ermöglichen. Für andere können wir sehr gute Verbesserungen der Lebenszeit, aber auch der Lebensqualität (siehe auch mein Kapitel über Lebensqualität) erreichen. 

Leider wurden die hohen Erwartungen in diese Medikamente teilweise enttäuscht, da wir erkennen mussten, dass auch diese zielgerichteten Medikamente Nebenwirkungen haben, da auch gesunde Zellen angegriffen werden oder reagieren. Dies beruht darauf, dass Krebs zellen keine komplett körperfremden Zellen darstellen, sondern aus ihnen entstanden sind und damit eng mit ihnen verwandt sind.  

Je mehr wir über die Eigenschaften von Krebszellen und insbesondere über ihre Unterschiede zu normalen Zellen erfahren, desto mehr Therapiemöglichkeiten können wir erschließen. 

Gleichzeitig müssen wir lernen, unseren Patienten mit der Behandlung der Folgeerscheinungen der Erkrankung bzw. auch der Nebenwirkungen der Therapie eine gute Lebensqualität zu geben. Ganzheitsmedizinische Konzepte, wie wir sie in der Habichtswald-Klinik verfolgen, können hierzu beitragen.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
 © Dr. Jutta Hübner, Chefärztin der Abteilung Onkologie

Animationen animierte Augen

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Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unsere Chefärztin im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.

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Aktualisiert: März 2010

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